Dienstag, 15. Juli 2014

Gut ist subjektiv

Dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt, ist vermutlich so ziemlich jedem bekannt. Aber sie liegt nicht nur im Auge, sondern auch im Ohr. Was gute Musik ist, ist sehr subjektiv.
In dem kurzen Abriss über mein erstes Metalkonzert bin ich ja schon ein bisschen auf meinen Musikgeschmack eingeganen, aber hier soll es noch tiefgreifender und begründeter werden.

Der Grund, warum ich ausgerechnet heute darüber schreibe, ist, dass der Engel, als ich gerade Santigolds erstes Album "Santogold" angehört habe, meinte, dass meine Lautsprecher kaputt seien. So einen ähnlichen Kommentar habe ich einst von meinem Vater kassiert. "Das klingt, als wäre die Soundkarte kaputt." Danke auch, manchmal ist mir halt nach Dubstep.

Sehr oft empfindet der Engel die Musik, die ich höre, als anstrengend, Lärm und/oder eintönig.
Anstrengend und eintönig kann ich noch verstehen. Ich finde meine Musik manchmal auch anstrendend, aber ich mag das, wenn ich nicht nur berieselt, sondern auch gefordert werde. Berieseln lasse ich mich von der Musik, die der Engel als eintönig, monoton und repetitiv bezeichnet. Es kommt immer wieder das gleiche vor, also muss ich mich nicht darauf konzentrieren. Ich mag das. Der Engel nicht.
Am schlimmsten ist es bei dem, was er Lärm nennt. Das kann ich nicht hören, wenn er dabei ist. Meistens ist es laut und etwas disharmonisch. Mir gefällt's aber. Dem Engel nicht.

Der Engel dagegen hört viel Metal (dem ich mich ja schon etwas angenähert habe). Mir ist das meistens zuviel Input auf einmal. Ähnlich dem, was auch ich bei Musik als anstrengend empfinde, nur einfach zuviel davon. Er mag's. Ich nicht.

Jedem das seine, denn gute Musik ist subjektiv.


Kommentare des Engels zu:
- Muse: teilweise anstrengend
- Lana del Rey: schnell zu depressiv
- Awolnation: Lärm!
- Editors: mag er (!)
- Santigold: repetitiv, monoton und eintönig

Kommentare:

  1. Das ist das Schicksal derer, die einen breiten Musikgeschmack haben - irgendwem macht mans immer Unrecht ;)

    AntwortenLöschen
  2. Ein gleichwie meditativer Flow ("Berieseln") beim Hören von Musik stellt sich für mich immer dann ein, wenn ich mit der Musik vertraut bin; meiner Erfahrung nach spielen dann Geschwindigkeit ("zuviel Input auf einmal"), Lautstärke ("Lärm") und Melodie ("repetitiv, monoton und eintönig") eine sehr untergeordnete Rolle.
    Entscheidend ist hingegen, dass ich mich dem Erleben der Musik und ihrer Stimmung öffne.

    AntwortenLöschen
  3. "Hab den Engel gezwungen Twilight mit anzuschauen. Hat er tapfer ertragen. Und ich weiß endlich wieder, wie scheiße der Film ist."

    Möglicherweise gilt ein "Gut ist subjektiv" nicht nur für Musik, sondern auch für Film, was meinst Du? ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Natürlich gilt das auch für Filme, es lag keinesfalls in meiner Absicht, etwas anderes zu behaupten.
      Nur stoßen der Engel und ich bei Filmen selten auf unterschiedliche Meinungen, deswegen habe ich mich damit hier nicht befasst.
      Auf keinen Fall wollte ich Twilight-Fans beleidigen.

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...